Brüder in Not

„Brüder in Not” ist das Spendenprojekt der ELFK. Jedes Jahr zu Weihnachten werden in unseren Gemeinden Gelder gesammelt, um Glaubensgeschwistern auf der Welt zu helfen, die in Not geraten sind.

Spendenprojekt 2020

Im Jahr 2020 ging es um Vietnam. Das Land ist der Fläche nach knapp so groß wie Deutschland, jedoch sehr langgestreckt, sodass es an der schmalsten Stelle gerade einmal 50 km misst. Die ca. 100 Mio. Einwohner gehören größtenteils dem Stammvolk der Vietnamesen an. Hinzu kommen über 50 ethnische Minderheiten, zu denen auch die Hmong zählen. Sie sind die Empfänger dieser Weihnachtsspenden.

So wie viele Menschen auf der ganzen Welt suchen sie nach Unterweisung im Glauben, in Gottes Wort und Gottes unverdienter Liebe in Jesus Christus. Da das Land aber kommunistisch geprägt war und ist, gab es dort bislang keine biblische Unterweisung, geschweige denn theologischen Hochschulen. Aber das ändert sich seit Kurzem. Die Türen für die biblische Botschaft stehen – gerade unter den Hmong – weit offen. Und es kann kein anderer als Gott selbst sein, der diese Türen geöffnet hat.

Doch wie kam es dazu? Nach dem Vietnamkrieg (1955-75) flohen viele Hmong in die USA, weil sie von der Regierung in ihrem Heimatland benachteiligt und verfolgt wurden. Einer dieser Flüchtlinge war Bounkeo Lor. In seiner neuen Heimat besuchte er einen Gottesdienst unserer Schwesterkirche WELS. Die Kirche war so überfüllt, dass es keinen einzigen Sitzplatz mehr gab. Doch ein älteres Gemeindeglied stand auf und bot dem Gast seinen Platz an. Diese Tat der Nächstenliebe beeindruckte Bounkeo Lor sehr. Später studierte er am Seminar unserer Schwesterkirche Theologie und wurde Pastor in Kansas City.

Schon seit geraumer Zeit veröffentlicht Pastor Lor seine Predigten im Internet – hauptsächlich für Gemeindeglieder vor Ort. Lange wusste er aber nicht, dass die Predigten auch in seinem alten Heimatland mit großem Eifer studiert werden. Glieder der Hmong Fellowship Church (Hmong-Gemeinschaftskirche) nutzen seit einigen Jahren diese Möglichkeit, Gottes Wort in ihrer Sprache und in bislang nicht bekannter Tiefe ausgelegt zu bekommen. Vor allem die klare Unterscheidung von Gesetz und dem Evangelium und Gottes unverdienter Gnade in Jesus Christus ließ sie aufhorchen.

Der Pastor der Hmong-Gemeinschaftskirche, Zang Lou, nahm bald Kontakt zu Pastor Bounkeo Lor auf und bat ihn, sich und weitere Gemeindeleiter seiner Kirche in Gottes Wort zu unterweisen. Seit 2012 gab es nun schon über 20 solcher Besuche und Weiterbildungen, nicht nur von Pastor Lor, sondern auch von weiteren Pastoren und Professoren. Seither ist diese vietnamesische Kirche wunderbar gewachsen. 2011 gehörten der Kirche etwa 55.000 Seelen an. Seitdem sind jedes Jahr im Schnitt mehr als 7000 Glieder dazugekommen. Heute zählen einige dieser Gemeinden und Predigtplätze bis zu 2000 Seelen.

All dies wurde auch von der vietnamesischen Regierung wahrgenommen. Doch anstatt die Aktivitäten unserer Schwesterkirche zu unterbinden, wurden die oft positiven Entwicklungen festgehalten. Und so trat die Regierung des kommunistisch geprägten Landes offiziell an die WELS mit der Bitte heran, weiter Pastoren zu unterweisen. Damit ist unsere Schwesterkirche die erste christliche Gemeinschaft, die mit ausdrücklicher Genehmigung der vietnamesischen Regierung Menschen im Glauben unterweisen darf.

2017 gab es eine weitere positive Entwicklung, denn die vietnamesische Regierung bat die WELS, ein theologisches Seminar in der Hauptstadt Hanoi zu errichten. Was hatte die Regierung dazu bewegt? Vietnamesische Behördenvertreter drückten es so aus: Die Missionare bringen mit ihrer Botschaft von Gott und seiner Liebe den Hmong einen Frieden, den wir ihnen mit Gesetzen nicht geben konnten. Daran sehen wir, welche Kraft das Evangelium hat. In einem Land, in dem die biblische Botschaft lange verboten war und Christen in manchen Regionen auch heute noch verfolgt werden, tun sich Türen für Gottes Wort auf, die jenseits unserer Vorstellungskraft liegen.

Wenn auch ungewiss ist, wie lange die Türen offenstehen werden, schenkt Gott gerade jetzt unserer Schwesterkirche die großartige Möglichkeit, in Vietnam zu wirken und Menschen die biblisch-lutherische Lehre zu verkündigen. Diese fruchtbare Missionsarbeit können Sie dieses Jahr mit Ihrer Spende für Brüder in Not unterstützen. Aufgrund der Corona-Pandemie können Besuche und Weiterbildung nicht stattfinden. Folglich werden größere Summen für den Erwerb von Kommunikationsmitteln (Telefone, Computer etc.) benötigt, um die 60 Gemeindeleiter vor Ort und die zahlreichen Predigtplätze mit Gottes Wort zu versorgen.

Neben allen finanziellen Mitteln ist auch Ihr Gebet unerlässlich. Satan kann es nicht gefallen, dass Gottes Reich dort so überreich wächst. Beten wir dafür, dass die offenen Türen lange geöffnet bleiben und noch viele Menschen in Jesus Christus ihren Retter finden. Er ist der Heiland, dessen Geburt wir auch dieses Jahr wieder zu Weihnachten feiern, der den Himmel verließ und alles hergab, damit wir in ihm alles haben.

Gott segne Sie, Ihre Gaben und Gebete sowie unsere Glaubensgeschwister weltweit – besonders in Vietnam.

Spenden an:
Verwaltungsstelle der ELFK
IBANDE46 8705 5000 2254 0006 43
BICWELADED1ZWI
Verwendungszweck: Brüder in Not 2020

Für eine Spendenbescheinigung benötigen wir Ihre Anschrift.
Im Namen der Glaubensgeschwister in Vietnam danken wir Ihnen für Ihre Hilfe.

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