Willkommen!

Gott sei Dank! In aller Unsicherheit und Ungewissheit unserer Zeit hat uns der himmlische Vater auch in diesem Jahr wieder reichliche versorgt. Auf ihn ist Verlass in allen Lebenslagen. Unser Gott sorgt sich um Leib und Seele! Darum: „Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, denn seine Güte währet ewiglich.“ (Psalm 136,1)

Präses Jörg Kubitschek

Andacht vom Freitag, den 9. Oktober 2026

Lesung: Galater 4,21-31

Andachtsvers: Ihr aber, Brüder, seid wie Isaak Kinder der Verheißung. (Galater 4,28)

Paulus erwähnt ein altes Stück Heilsgeschichte: zwei Frauen, zwei Söhne, zwei Wege - und eine entscheidende Frage: Worauf gründe ich mein Leben vor Gott? Als Abraham und Sara noch kinderlos waren, griffen sie selbst in die Geschichte Gottes ein. Die Sklavin Hagar sollte helfen, Gottes Versprechen zu erfüllen. Das Ergebnis war Ismael - ein Kind menschlicher Planung und menschlicher Ungeduld. Dann, viele Jahre später, als Abraham hundert und Sara neunzig Jahre alt war, als jede menschliche Wahrscheinlichkeit längst erloschen war, schenkte Gott ihnen Isaak. Er war das Kind der Verheißung. Seine Geburt - ein Wunder, das niemand anderem zugeschrieben werden konnte als Gott allein. Paulus nimmt diese biblische Geschichte als ein Bild, das bis in unsere Zeit reicht. Ismael steht für den Versuch, sich Gottes Gunst zu verdienen - durch Leistung, durch Einhaltung von Regeln, durch fromme Anstrengung. Isaak aber steht für das, was Gott schenkt: die Gerechtigkeit, die nicht erarbeitet, sondern empfangen wird. Wie leicht gleiten auch wir ab in die Ismael-Fußstapfen! Wir bringen unsere guten Werke mit, unsere Kirchgänge, unsere Opferbereitschaft - als wollten wir Gott damit entgegenkommen. Aber Gottes Wort sagt uns: Gott kommt uns entgegen. In Christus ist alles bereits getan. "Ihr aber, liebe Brüder, seid wie Isaak Kinder der Verheißung." Das ist keine Aufgabe, die wir erfüllen müssen - es ist ein Geschenk, das wir empfangen dürfen. Wir sind Kinder nicht der Sklavin, sondern der Freien. Darin finden wir Halt und Rettung.

Lasst uns beten:
Herr, gib, dass ich bei Isaak bleibe, bei dem, was du allein wirkst. Lass mich erkennen, dass meine Leistungen in die Wüste führen. Amen.
Lied: LG 315
Pfarrer Jonas Schröter
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