Andacht vom Mittwoch, den 12. August 2026
Lesung: Johannes 9,13-23
Andachtsvers:
Einige der Pharisäer sagten über Jesus: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand Zwietracht unter ihnen. (Johannes 9,16)
Gestern ging es in unserer Bibellesung um Jesus, der den blind Geborenen heilte. So wurde Gottes Macht an ihm sichtbar. Diese Heilung blieb nicht unbemerkt. Nachbarn und Verwandten bekamen es genauso mit, wie die Pharisäer. Letztere konnten nicht leugnen, dass Jesus (hebräisch: der Retter) dieses Wunder getan hatte. Doch weil sie ihn nicht als Sohn Gottes und versprochenen Messias anerkennen wollten, gaben sie ihm dafür nicht Ehre. Im Gegenteil, sie ärgerten sich, weil Jesus dieses Heilungswunder am Sabbat tat.
Im rabbinischen Judentum war alles Arbeiten am Sabbat streng verboten und Heilung nur erlaubt, wenn akute Lebensgefahr bestand. Jesus aber heilte hier am Sabbat einen Menschen, der sich nicht in einem lebensbedrohlichen Zustand befand. Entsprechend sahen die Pharisäer darin eine Übertretung des 3. Gebotes und Jesus als Gesetzesbrecher.
War es tatsächlich so, dass Jesus dadurch als Sünder überführt werden konnte? Nein. Das, was er übertrat, waren menschengemachte Auflagen, entstellte Ansichten über Gottes Gebot (Matthäus 15,1-20). Was können wir daraus für uns ableiten? "Du sollst den Feiertag (Ruhetag) heiligen!" ist ein Gebot, das uns noch heute gilt. Wir brauchen nicht nur ein Gegengewicht zum Alltag in Ausspannen und Freizeit. Vor allem brauchen wir Zeit für Jesus, unseren Friedensbringer (Kolosser 2,16+17), für sein Wort, die Gemeinschaft und das Gebet. All das ist uns nicht gegeben, um uns neu zu knechten, sondern um gestärkt und ausgerüstet als Gottes Geschöpfe und Kinder zum Segen zu leben.
Lasst uns beten:
Jesus, hilf mir, dass gerade auch mein Umgang mit dem Sonntag ein segensreiches Zeugnis für dich, deine Liebe und Wahrheit ist. Amen.
Lied:
LG 319Pfarrer Benjamin Stöhr