Willkommen!
Wir freuen uns, Sie begrüßen zu dürfen. Sie sind herzlich eingeladen, mehr über den christlichen Glauben und die Evangelisch-Lutherische Freikirche zu erfahren. Dazu wünschen wir Gottes Segen.
Auch wenn momentan keine Gottesdienste oder Gemeindeveranstaltungen stattfinden können, so ist die Versorgung mit Gottes Wort trotzdem möglich.
Alle Angebote finden Sie hier.
Unsere Gemeinden

Tägliche
Andacht

Mehr Andachten auf Soundcloud

Andacht vom Sonntag, den 5. April 2020
Palmarum
Lesung: Psalm 88,1-19

Andachtsvers: Mein Vertrauter ist die Finsternis. (Psalm 88,19)

Mit diesen Worten endet im hebräischen Text das wohl traurigste Gedicht des gesamten Psalters. Auch sonst ist Psalm 88 voller Hoffnungslosigkeit. Der Dichter lässt seinen Gefühlen freien Lauf. An vielen Stellen begegnet er Gott geradezu respektlos. Und doch! Dieses Gebet steht in der Bibel. Dass es dort steht, zeigt, dass Gott uns versteht. Er weiß, wie Menschen reden, die nicht mehr können. Gott zensiert diese Worte nicht. Er sagt nicht: "So redet niemand, der wirklich an mich glaubt! So was kommt mir nicht in die Bibel!" Gott bleibt ja der Gott von Menschen wie unserem Psalmendichter - aber nicht, weil sie ein frommes Lächeln aufsetzen und ihr Elend tapfer hinunterschlucken, sondern weil er ein gnädiger Gott ist. Er weiß, wie es uns in der Finsternis - im Leiden - geht. Diese traurigen Worte stehen in der Bibel - als Ermutigung für uns, ehrlich zu sein. Sie bestärken uns darin, unser Herz vor Gott auszuschütten und alles vor ihm auf den Tisch zu legen. Und wir dürfen dies mit den Worten tun, die wir haben! Manchmal neigen wir dazu, in eine Gebetssprache zu verfallen, wenn wir mit Gott reden: "Allmächtiger Gott - wir benedeien dich!" "Benedeien"? Wie bitte?! Warum reden wir so? Dieser Psalm zeigt uns, dass das vollkommen unnötig ist. Hier ist ein Dichter, der nicht die "richtigen" Worte verwendet. Ich denke, die einzigen "richtigen" Worte, die in diesem Psalm an Gebetssprache erinnern, sind "Hilfe", "Herr" und "Morgen". Aber dass dieser Psalm dennoch in der Bibel steht, zeigt, dass Gott ein Gott des Mitleides ist. Ein Gott der Gnade. Er ist ein Gott, der uns nahe an sich heranlässt im Gebet - nicht, weil wir die richtigen Worte verwenden, sondern weil er ein mit uns - und vor allem für uns - leidender und freundlicher Gott ist.

Lasst uns beten:
Herr, wir danken dir, dass du für uns gelitten hast und dass du im Leiden bei uns bist. Amen.
Lied: 357
Pfarrer Michael Soucek
Andacht hören: 

VERANSTALTUNGEN

NEUIGKEITEN

image_pdfimage_print

Neuigkeiten

Andacht zum Tag

Veranstaltungen